Heute möchten wir von einem sehr engagierten und inspirierenden Kooperationsprojekt zwischen dem eTeam Digitalisierung aus dem Zentrum für Wissenschaftsdidaktik (ZfW) und der Professional School of Education (PSE) berichten. Was jetzt schon feststeht: Wir werden unsere gemeinsame Veranstaltungsreihe in dieser Form zeitnah erneut anbieten. Freut euch drauf: Hands on! für weitere gemeinsame Workshops und Vorträge zum Thema Digitalisierung in Studium und Schule – speziell für Lehramtsstudierende der RUB.

Hands on: Lernen und Lehren in einer digitalen Welt!

Was steckt dahinter?

Die digitale Transformation verändert Lernen, Unterricht und Schule. Angehende Lehrer*innen brauchen ein tiefgehendes Verständnis von diesen Entwicklungen. Außerdem spielen der Einsatz unterstützender digitaler Tools, Kenntnisse über die Lernplattform Moodle (im Schulkontext in NRW LogineoLMS genannt) und der Umgang mit dem Urheberrecht bei der Materialerstellung für die Vorbereitung und Gestaltung von Unterrichtseinheiten eine immer größere Rolle.

Davon ausgehend haben wir uns im Frühjahr 2021 zusammen an den virtuellen runden Tisch gesetzt und gemeinsam überlegt, was wir in Kooperation und mit gebündelten Kräften, dem Know-how und der Expertise für Veranstaltungen anbieten könnten, um angehende Lehrer*innen der RUB auf diese digitalen Herausforderungen und computergestützten Themen vorzubereiten. Na klar, extracurricular – aber mit Teilnahmebescheinigung! Unser großer Pluspunkt: Das eTeam Digitalisierung besteht aus ausgebildeten studentischen eLearning-Expert*innen und weiß daher teils auch aus eigener Perspektive ganz genau, auf welche digitalen Themen es aktuell beim Lehren und Lernen ankommt. Die Verbindung von praktischer, E-Learning-geschulter, studentischer Blickweise (eTeam Digitalisierung) und Expertise aus der Lehrer*innenausbildung (PSE) war an dieser Stelle sehr gewinnbringend. Die Kooperation ergänzte sich gegenseitig optimal, sodass für die interessierten Studierenden ein zielgruppengerechtes und bereicherndes Angebot konzeptioniert werden konnte.

Gedacht – getan!

Unser Plan stand fest, wir erarbeiteten zunächst jeweils fünf Vorträge sowie fünf praktische Workshops zu spezifischen Digitalisierungsthemen, die später in der Schulpraxis relevant sein werden. Und dabei gingen wir intern äußerst vorbildlich und bereichsübergreifend vor 😉 Wir legten gemeinsame Themen und Schwerpunkte fest, wägten Inhalte nach Nützlichkeit ab, organisierten uns in Zoom-Meetings zur Konzeptionierung der einzelnen Veranstaltungen, teilten unsere Dokumente über Sciebo und brieften uns regelmäßig gegenseitig. Ein gemeinsamer Moodle-Kurs entstand, um Informationen bereitzustellen, Anmeldungen anzunehmen und später eine Evaluation unter allen studentischen Teilnehmenden durchzuführen. Parallel wurde ein Infoplakat und Social Media-Posts entworfen und zur Bewerbung der Veranstaltungsreihe genutzt.

Das Programm steht

In unseren praktischen Fortbildungen boten wir also in Kooperation insgesamt zehn verschiedene Veranstaltungen (fünf Vorträge und fünf Workshops) für interessierte Lehramtsstudierende der RUB an, um Methoden und Tools ganz praktisch kennenzulernen.

In den 60-minütigen Vorträgen boten wir einen Überblick über aktuelle Konzepte und Ideen aus Wissenschaft und Forschung, wobei immer die Frage im Raum stand, wie sich Lernen und Lehren in einer digitalen Welt verändert. Die 90-minütigen Workshops boten einen inspirierenden Mix aus inhaltlicher Vermittlung und Vorstellung sowie ausreichend Zeit, im praktischen Teil die vorgestellten digitalen Tools hands on unter Anleitung auszuprobieren.

Unsere Vorträge

Der Vortrag bietet einen Überblick, wie die digitale Transformation unsere Kultur und Gesellschaft verändert und stellt die Frage, was dies für das Lernen und Lehren in der Schule bedeutet.

Durch die Corona-Pandemie sind in der deutschen Bildungslandschaft ganz neue Formen von Unterricht und Lernen entstanden: Präsenz-, Distanz- und Hybridformate. Welche Erkenntnisse haben wir aus didaktischer Perspektive gewonnen und welche Implikationen folgen daraus?

Digitale Medien und Vernetzung ermöglichen eine ortsungebundene und zeitlich unabhängige Zusammenarbeit. Daher gibt es viele Möglichkeiten, Materialien gemeinsam zu erstellen bzw. zu bearbeiten und miteinander zu kommunizieren. Wie verändert Kollaboration unsere Materialien und was ist der Unterschied zu Kooperation? Diesen Fragen wollen wir im Vortrag nachgehen.

Multimediale Inhalte und insbesondere Videos spielen eine immer größere Rolle für das Lernen. Was sollten wir bei der Erstellung von Multimedia beachten und wie können wir Videos in und für die Schule mit einfachen Mitteln produzieren?

Als Lehrer*in Twitter nutzen? Was für viele auf den ersten Blick ungewöhnlich scheint, hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Netzwerk von engagierten Lehrer*innen entwickelt, die unter dem Hashtag  #Twitterlehrerzimmer über Unterricht, Lernen und Co. kommunizieren und zusammenarbeiten. Wir schauen uns an, wie wir Twitter für Austausch, Vernetzung und als Mikrofortbildung nutzen können.

Unsere Workshops

Open Educational Resources: noch nie gehört? Wir zeigen euch, wie ihr Lehr- und Lernmaterialien findet, die ihr verwenden, verändern und weiterverbreiten dürft –  frei, ohne Sorgen ums Urheberrecht und kostenlos.

Wir präsentieren die Handhabung der wesentlichen Funktionen von Moodle/LogineoLMS und machen alle Teilnehmer*innen vertraut mit den relevanten Einstellungen und zeigen, wie man einen schönen, gut strukturierten Kurs zur Unterstützung des Unterrichts erstellt. Dabei kommt das Selberausprobieren nicht zu kurz.

In diesem Workshop lernt ihr das Tool „H5P” kennen, mit dem schnell und unkompliziert interaktive Inhalte für den Unterricht gestaltet werden können. Präsentation, Quiz, Drag and Drop, interaktive Videos und vieles mehr – H5P bietet unterschiedliche interaktive Möglichkeiten für die Unterrichtsgestaltung.

Wir stellen die Tools Padlet und TaskCards vor und zeigen, wie sich digitale Pinnwände im Unterricht verwenden lassen. Ihr lernt nicht nur verschiedene Medientypen wie Texte oder Sprachaufnahmen auf der Pinnwand abzulegen und anzuordnen, sondern auch mehr über Möglichkeiten der Integration dieses Know-Hows in den Unterricht. Das Tool bietet sich zur schulischen Organisation und Kollaboration an, so kommt Struktur ins Klassenzimmer.

In diesem Workshop stellen wir ideenreiche und kreative Tools zum Lehr- und Lernalltag vor. Dabei geht es um Alltagshelfer, Tools zum kooperativen Arbeiten und spielerischen Lernen sowie Alternativen zu herkömmlichen Präsentationsmethoden für angehende Lehrkräfte.

Vollständig ausgebucht!

Bereits kurz nach der offiziellen Anmeldefreigabe waren fast alle Plätze in den Workshops ausgebucht! Die Wartelisten der Workshops füllten sich schnell. Auch die Vorträge, die nicht Teilnehmer*innen-beschränkt waren, waren gut nachgefragt. Offensichtlich kamen die Themen und die angebotenen Formate genau zur richtigen Zeit. Die Angebote schienen die aktuellen Bedürfnisse nach Fortbildungen im Bereich der digitalen Methoden für Lehramtsstudierende gut aufzugreifen.

Die Durchführung der Workshops verlief sehr zufriedenstellend, auch wenn dann schlussendlich nicht immer alle gebuchten Plätze besetzt waren. In teamorientierter Abstimmung wurde durch die praktisch-angelegten Workshops geführt.

Jana aus dem eTeam Digitalisierung sagt dazu: „Vor allem die studentischen Mitarbeiter*innen plädierten dafür, die Workshops in Randzeiten zu legen, was bei den Teilnehmer*innen auf positive Resonanz stieß. So konnte beispielsweise an einem Freitagnachmittag in dem Workshop „Padlet & TaskCards im Schuleinsatz – Einblicke in digitale Pinnwände“, in sehr entspannter, aber zugleich konzentrierter Arbeitsatmosphäre, konstruktiv in verschiedenen Phasen gearbeitet werden. Nach einer kurzen Input-Phase erarbeiteten die Teilnehmer*innen in Kleingruppen auf den Plattformen Padlet und TaskCards verschiedene themenspezifische Pinnwände. Bei Fragen standen unsere studentischen Mitarbeiter*innen stets zur Seite und konnten gezielt individuelle Hilfestellungen geben. Am Ende erörtern alle gemeinsam im Plenum Vor-und Nachteile der genannten Plattformen, etwa in der Bedienung und optischen Aufmachung sowie in der Kosten- und Nutzenfrage. Die Teilnehmer*innen konnten in diesem Setting völlig zwanglos verschiedene Szenarien praktisch durchspielen und bei Fragen, die oftmals erst im praktischen Einsatz aufkommen, schnelle Unterstützung erhalten. Somit hoffen wir, allen Teilnehmer*innen ein wenig Sicherheit im Umgang mit diesen Tools mit auf den Weg gegeben zu haben. Die Vorzüge eines solchen digitalen Einsatzes überzeugten!”

Auch die Vorträge von Matthias Kostrzewa, dem Digitalisierungsbeauftragten der PSE, waren ein Selbstläufer. Insbesondere der Vortrag zum Lernen mit Multimedia und Erklärvideos war stark nachgefragt. Gut 40 Studierende konnten hier erfahren, wie mit einfachen Mitteln – einem Smartphone und wenige Zubehör – und nach welchen theoretischen Prinzipien (Richard E. Mayer: Kognitive Theorie des multimedialen Lernens) ein lernförderliches Video gelingen kann.

Eins steht fest: Wiederholung nicht ausgeschlossen 😉

Der erste Durchgang „Hands on – Lernen und Lehren in einer digitalen Welt!“ ist gerade erst zu Ende gegangen, da denken wir bereits jetzt an eine Wiederholung. Nach unserem Resümeegespräch ist klar – es soll gemeinsam weitergehen! Gebündelte Expertise hat den doppelten, dreifachen Nutzen für die teilnehmenden Studierenden. Mindestens! Die positive Kurzevaluation unter den Teilnehmer*innen der Formate gibt uns die Möglichkeit, das Angebot stetig weiterzuentwickeln und noch stärker an den Bedürfnissen der Lehramtsstudierenden auszurichten.

Offene Frage an Studis: Welche Themen sollen es zukünftig sein?

Sowohl in unserem begleitenden Moodle-Kurs fragten wir die Teilnehmenden, welche weiteren Themen sie sich für das Format vorstellen können, als auch jetzt hier. Welche Inhalte, Themen, Skills, Austauschformate sollten wir in einem neuen Durchgang mit in die Planungen einbeziehen? Wir freuen uns auf Rückmeldungen!

 

Auch für Ihre Lehrveranstaltung denkbar!

Sie lehren und unterrichten Lehramtsstudierende an der RUB und würden unsere Workshops oder Vorträge gerne in Ihre Veranstaltungsplanungen mit einbinden? Sprechen Sie uns gerne an – wir bieten unsere Vorträge und Workshops auch im Rahmen einzelner Seminarsitzungen oder als individuell geplante Fortbildung für Ihre Studierenden an.

Wir freuen uns über Ihre Kontaktaufnahme unter eTeam+Digitalisierung@rub.de!

Unsere Autorin

Anika Kneiphoff

Projektleitung eTeam Digitalisierung | Koordination studentischer Projekte | Öffentlichkeitsarbeit | eLearning-Blog

anika.kneiphoff@rub.de

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