Bei RUBucation trafen Studierende, Lehrende und Beschäftigte der RUB digital aufeinander, diskutierten über innovative Lehre, teilten Erfahrungen und tauschten sich über die Entwicklungen in der Lehre während der Corona-Situation aus.

Das RUBucation-Team ist ein Zusammenschluss von Vertreterinnen und Vertretern des Prorektorats für Lehre, des AStA, des Zentrums für Wissenschaftsdidaktik, des Dezernats für Hochschulentwicklung und Strategie sowie den beiden Qualitätspakt Lehre Projekten ELLI_2 und inSTUDIES plus. tv.RUB unterstützte bei der Umsetzung und beteiligte sich mit eigenen Beiträgen.

Unsere studentischen Mitarbeiter*innen waren „live“ online dabei und haben sich je einem Programmpunkt im Speziellen gewidmet:

  • Einblicke ins Leben von Auslandstudierenden
  • Überblick zu Online-Tools in der Lehre
  • Tipps an Lehrende und Studierende für das digitale Semester
  • Erfahrungsberichte zur Online-Lehre von Studierenden und Lehrenden

Studierenden im Ausland

Michael Fuchs – Open Educational Resources | 5×5000

Im Zuge der Live-Veranstaltung wurde nicht nur auf Lehre und Digitalisierung eingegangen, auch ganz persönliche Eindrücke der Studierenden kamen zur Sprache. Verschiedene Einblicke zeigten wie eine heterogene Gruppe aus Studierenden dieses Semester bewältigt. Ob Yankang, der sein Anglistikstudium dieses Semester aus China bestreitet oder Melissa, die ihr Auslandssemester in Brasilien verbringt. Trotz und wegen Corona. Die Geschichten sind individuell. Beide sind weit weg vom Heimatshafen RUB in Ländern, die mit den Auswirkungen von COVID-19 stark zu kämpfen haben. Und doch, die Berichte sind ähnlich. Es mischen sich Hoffnung und Resignation. Ein Bild, wie es sich immer wieder zeigt: Die RUB hat den spontanen Umstieg von Campusuni zu quasi-Fernuni innerhalb weniger Wochen bewerkstelligen müssen und egal ob in China oder in Bochum, die digitale Lehre läuft. Doch persönliche Verpflichtungen und individuelle Situationen lassen das online-gestützte Semester nicht immer reibungslos laufen. 16-Stunden-Schichten im Betrieb der Eltern kommen für Yankang zum Studienalltag hinzu. Was bleibt ist die Freude, dieses Semester überhaupt studieren zu können, selbst wenn man fast am anderen Ende der Welt ist, sowie die Hoffnung dass wir bald wieder zum normalen Betrieb zurückkehren können: Eine Präsenzuni mit Blended Learning, die den Lehrbetrieb vor Ort sinn- und wertvoll unterstützt.

Online-Tools in der Lehre

Phillip Goldt – eTeam Digitalisierung

Während des RUBucation-Festivals durften die Zuschauer viele verschiedene Tools kennenlernen. So wurde z. B. das Praktikum „Alles Ing!“ in ein Webicum umgewandelt. Besonders spannend in diesem digitalen Praktikum war der H5P-Inhaltstyp „Virtual Tour (360)“. Hier konnten die Kursteilnehmenden die Labore selbstständig erkunden und sich durch die dreidimensionale Umgebung klicken. Mittels Game Based Learning wird die Motivation vieler Studierender erhöht. Die Funktion Level-Up! birgt hier viele individuell erstellbare Anreize.

Eingesetzt werden in anderen Kursen auch Wikis, die die Studierenden selber anlegen und bearbeiten. Spannend ist hier auch das Moodle-Tool „Peer-Review“. Mit diesem Tool ist es möglich, dass die Studierenden Aufgaben einreichen, untereinander gezielt kommentieren und bewerten und so eine Feedbackschleife automatisch erstellt wird.

Ein besonderer Fokus lag beim Festival auch auf den Kommunikationswegen. In vielen Veranstaltungen werden Foren und Zoom genutzt. Hier wurde aber auch deutlich, dass externe Kommunikationsplattformen, die die Studierenden auch privat nutzen, häufig in Konkurrenz zueinanderstehen.

Beim RUBucation-Festival konnten die Lehrenden der RUB zeigen, dass sie die aktuelle Lehrsituation sehr differenziert im Blick haben. Es wurden Herausforderungen des digitalen Semesters und tolle Lösungen gezeigt, mit denen die Studierenden begeistert werden!

Tipps für Lehrende und Studierende im digitalen Semester

Katharina Westphal – Augmented Learning

Das RUBucation Festival bot den Teilnehmenden nicht nur Erfahrungsberichte von Lehrenden aus dem digitalen Semester. Die Eingeladenen gaben auch einige Tipps zur Planung und Durchführung digitaler Lehrveranstaltungen weiter. Vor allem die Plattform Zoom war ein zentrales Thema. Um Zoom-Lehrveranstaltungen zu planen, sei zunächst einmal eine gute Vorstrukturierung der Veranstaltung wichtig, da sich bestehende Präsenzveranstaltungen nicht einfach eins zu eins durch Zoom ersetzen lassen. Gute Erfahrungen wurden auch mit dem Einsatz von Breakout-Sessions gemacht. Gerade in Seminaren lassen sich so auch Gruppenarbeiten oder einzelne Gespräche ermöglichen. Im Zusammenhang mit Zoom wurde auch die Wichtigkeit der informellen Kommunikation zwischen Studierenden untereinander sowie zwischen Lehrenden und Studierenden betont, die zum Beispiel unter normalen Umständen kurz vor Lehrveranstaltungen, in Sprechstunden oder in Pausen stattfindet. Damit diese informellen Gespräche nicht komplett verloren gehen, wurde der Tipp gegeben, die Zoom-Sessions zum Beispiel 15 Minuten vor Beginn der Lehrveranstaltungen zu öffnen, um miteinander ins Gespräch zu kommen.

Erfahrungsberichte zur Online-Lehre von Studierenden und Lehrenden

Jens Ciecior – eTeam Digitalisierung

Die Live-Veranstaltung des RUBucation-Festivals spiegelte vor allem die Lehrendensicht auf dieses „etwas andere“ Semester wider . Die Beiträge zeigten zahlreiche kreative und individuelle Herangehensweisen an die neue Situation. Viele Lehrende haben zum ersten Mal Online-Lehrformate und digitale Tools in ihrem Lehrkonzept verwendet. Man konnte das Lehrspektrum von asynchronen Lehrformaten über hybride Veranstaltungen bis hin zu Zoom-Präsenzsitzungen betrachten. Während digitale Lehre in den vergangen Semestern der Unterstützung der Präsenzveranstaltungen diente, um sie zu bereichern und abwechslungsreicher und motivierend zu gestalten, muss sie dieses Semester fast die gesamte Präsenzlehre abdecken. Dabei wurde betont, dass die reine Online-Lehre nur eine Übergangslösung sein kann, da sie Präsenzlehre nicht ersetzt. Das Potenzial dieser Umstellung liege vor allem darin, aktuell erstellte Innovationen nachhaltig in die zukünftige Präsenzlehre zu implementieren.

Lehrende berichten, dass dieses außerordentliche Format einer reinen Onlinelehre neben vielen herausragenden Lehr-Lernformaten auch mit einem erhöhten Aufwand für Konzeption und Erstellung digitaler Lehrelemente verbunden sei. Seitens der Studierenden bedeute dieses Semester wiederum häufig einen höheren Arbeitsaufwand, da fehlende Präsensveranstaltungen mit mehr Arbeitsmaterial kompensiert werden. Auch wenn Studierende der Geisteswissenschaften in der Diskussionsrunde nicht anwesend waren, so vertrat ein Studierendenvertreter die Meinung, dass das Ungleichgewicht auf der Produktionsseite auch auf der Rezeptionsseite vorhanden ist. Studierende scheinen eine höhere Arbeitsbelastung bewältigen zu müssen, da fehlende Präsenz häufig durch mehr Material kompensiert werde.

Die Erfahrungen zeigen, dass sich Studierende pointierte Lehrangebote wünschen, damit sie nicht von einer „Materialflut“ überschwemmt werden. Für ein erfolgreiches Online-Studienerlebnis werden effektive Diskussionsräume und digitale Lehrangebote gebraucht, die nicht mit zahlreichen wöchentlichen Aufgaben kollidieren. Insgesamt kann man ein positives Fazit aus der zweistündigen Veranstaltung ziehen. Die hier geschilderten Erfahrungen könnten die zahlreichen Impulse aus der Diskussion oder der Kommentarspalte der Live-Veranstaltung nur impulsartig wiedergeben. Neugierige können RUBucation auch nachträglich bei YouTube ansehen.

Auch RUBeL war mit eigenen Beiträgen beim Online-Event mit dabei

Ein Interview mit dem Zentrum für Fremdsprachenausbildung (ZfA) und studentischen Mitarbeitern des eTeams Digitalisierung

Das Team des Bereichs Deutsch als Fremdsprache (DaF) des ZfA und das eTeam Digitalisierung aus dem Bereich eLearning des Zentrums für Wissenschaftsdidaktik (ZfW) reichten diesen Beitrag gemeinsam als fachübergreifende Gruppe ein. Gemeinsam gestalten sie das digitale Lehrangebot des Bereichs DaF. Sie möchten den Studierenden bzw. den Kursteilnehmenden die Möglichkeit bieten, ihre Sprachkenntnisse auch in diesem Semester mit einem primär digitalen Lehrangebot weiter zu verbessern. Das Team des Bereichs Deutsch als Fremdsprache (DaF) ist dabei an den Bereich eLearning mit der Bitte nach Unterstützung herangetreten. Sie standen und stehen von Anfang an in einem kollegialen Miteinander und setzen die Inhalte gemeinsam um.

InStudies – RUBChecks als Möglichkeit der Selbstreflexion

“Nur weil Moment “social distancing” notwendig ist hören die Fragen der Studieninteressierten nicht auf” – In diesem kurzen Info-Video stellt das Projekt InSTUDIES ihr digitales Beratungsangebot für Studieninteressierte für Bachelor- und Masterstudiengänge vor, in dem Studierende von ihren Erfahrungen berichten, Lehrende von ihren Lehrveranstaltungen und Forschungsinteressen erzählen und Alumni ihren Karriereweg aufzeigen und aus erster Hand über ihr Arbeitsleben berichten.

Mit „RUBucation – das Online-Event“ ist es gelungen einen Blick auf den digitalen Lehr- und Lern-Alltag zu werfen. Durch unterschiedliche, kreative Beiträge, die innovative Lehrkonzepte in unterschiedlichsten Beitragsformaten präsentierten und inspirierende Einblicke und Impressionen aus dem Sommersemester 2020 gewährten, wurden Gespräche, Diskussionen und Teilnahme über Erfahrungen, Wünsche, Erfolge und Herausforderungen der Lehre ins Digitale überführt – doch hoffen und wünschen wir uns alle natürlich, dies das nächste Mal im analogen Miteinander auf unserem RUB-Campus zu erleben.